Webmasters Europe veröffentlicht Arbeitsmarktanalyse 2013

Freitag, 17. Mai 2013 um 10:22 von Thorsten Schneider in Aktuelles
Wir haben vor kurzem - wie in den letzten Jahren auch - für Webmasters Europe e.V. die alljährliche Arbeitsmarktanalyse durchgeführt. Das Ergebnis wurde gestern veröffentlicht.
Wie schon 2012 stieg die Zahl der offenen Stellen für Internet-Experten gegenüber dem Vorjahr stark an, durchschnittlich um 37% (36% im Jahr 2012). Besonders stark gestiegen ist die Nachfrage nach Online-Marketing-Spezialisten und nach Web-Anwendungsentwicklern, aber auch für Web-Designer und -Administratoren gestaltet sich der Arbeitsmarkt noch rosiger als 2012.
Nicht nur Kenntnisse in Suchmaschinenoptimierung (SEO) werden verstärkt nachgefragt, sondern auch Spezialisten für SEM und SEA (Search Engine Marketing bzw. Advertising). Der Bereich Online Marketing insgesamt weist eine Steigerungsrate von 56% auf.
Im Bereich Webentwicklung lag die deutlichste Steigerung bei der Programmiersprache Ruby und dem dazugehörigen Framework Ruby on Rails (88% bzw. 65%). In absoluten Zahlen ausgedrückt ist Ruby gegenüber PHP oder Java weiterhin ein Nischenprodukt, allerdings eines mit Wachstumspotenzial.
Ebenfalls noch stärker nachgefragt als bisher wurden Kenntnisse in den untersuchten CMS Wordpress, Drupal, Typo3 und Joomla (138%, 88%, 88% und 75%).
Viele Unternehmen beklagen einen Mangel an qualifizierten Bewerbern und haben Schwierigkeiten, ihre offenen Stellen zu besetzen. Das trifft vor allem kleine und mittlere Unternehmen: 97% haben Schwierigkeiten, geeignetes Personal zu finden.
Diese Situation am Arbeitsmarkt eröffnet auch Quereinsteiger/innen und älteren Arbeitnehmern eine Chance – im Prinzip. Die öffentliche Förderung für Weiterbildungen allerdings befindet sich auf einem historischen Tiefstand, und auch die Bereitschaft der Unternehmen, selbst Mitarbeiter weiterzuqualifizieren, ist oft nicht allzu groß. Stattdessen fordern die Unternehmen gerne mittels Green- bzw. Blue Card billige Arbeitskräfte von der Politik. Diese Modelle haben allerdings bislang keine Auswirkungen auf die Situation am Arbeitsmarkt: Die „Blaue Karte EU“, die ausländischen Fachkräften den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt erleichtern soll, wurde von August bis Dezember 2012 von ganzen 139 Personen in Anspruch genommen.
Die ergibt die widersinnige Situation, dass Internet-Experten aller Fachrichtungen überall fehlen, qualifizierte Weiterbildungen aber kaum noch stattfinden. Weder Hochschulen noch mehrjährige IHK-Ausbildungen können den Fachkräftebedarf zeitnah decken; was wir brauchen, sind gezielte Weiterbildungen von ca. 12 Monaten Dauer, in denen auch Quereinsteiger fundiert ausgebildet werden können. Das wäre machbar, aber hier sind die Weichen durch Politik und Arbeitsagenturen falsch gestellt.
Nähere Informationen und Download-Link: http://de.webmasters-europe.org/blog/infos-aus-dem-verband/it-arbeitsmarktanalyse-2013
Tags: Webmasters Europe , Arbeitsmarktanalyse , Arbeitsmarkt
Kommentare
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Webentwickler
am Donnerstag, 23. Mai 2013, 17:15
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Thorsten Schneider
Bremen ist wahrscheinlich wirklich nicht die Hochburg der Web-Entwicklung. Probier trotzdem mal folgendes: Verwende die Meta-Jobsuche http://www.jobworld.de -> Erweiterte Suche und gib in das Suchformular folgendes ein:
Im Suchfeld: html css
Nur exakte Suchbegriffe (keine Wortbestandteile anzeigen)
UND-VerknüpfungOrt: Bremen (Hamburg), Umkreis: 50 km
Dies liefert für Bremen 49 Jobangebote und für Hamburg 372
Sicherlich streut das recht weit und es sind auch ein paar "falsch positive" darunter, aber da sollte in jedem Fall das eine oder andere passende im Bereich Web-Entwicklung oder Webdesign dabei sein.
Ich hoffe, der Tipp hilft ein wenig weiter.
am Donnerstag, 23. Mai 2013, 21:56
Da muss ich widersprechen. Ich schaue täglich auf verschiedenen Job-Börsen und kann nicht bestätigen das es viele Jobs für Webentwickler, Webdesigner gibt. Mag sein das ich falsch suche, aber im Raum Bremen gibt es fast keine Jobs in diesem Bereich. Und auch selbst in Hamburg ist die Anzahl an Jobs im Bereich Webentwickler sehr überschaubar. Vielleicht sieht es in Süddeutschland besser aus. Ich muss feststellen, die Situation hat sich stark verschlechtert.