Von E.ON lernen: Kommunikationsstrategien für das 21. Jahrhundert

Mittwoch, 15. August 2012 um 11:59 von Thorsten Schneider in Dies und das
Manchmal frage ich mich, warum wir uns hier so intensiv mit neuartigen Kommunikationswegen wie Twitter, Facebook, Xing & Co. beschäftigen (E-Mails gehören ja schon zum kalten Kaffee) ...
Dass wir das alles gar nicht brauchen, hat der Energiekonzern E.ON gerade in meinem Heimatort bewiesen: Dort wurde gestern der Strom vier Stunden lang abgeschaltet, und beinahe hätte ich es nicht mitbekommen. Denn mein Energieversorger hat mich nicht informiert. Kein Anruf, kein Brief, keine E-Mail - nicht einmal ein Zettel lag im Briefkasten.
Stattdessen hing ein Zettel am Tempo-30-Zonen-Schild, das an der Einfahrt zu unserem Wohngebiet steht. Mir wäre der zwar nie aufgefallen, weil ich da immer nur vorbeifahre, aber dank der hervorragend ausgeprägten viralen Effekte bei uns im Ort drang die Nachricht dann doch noch gerade rechtzeitig bis zu mir vor.
Und was lernen wir daraus: Leute, vergesst Facebook, Twitter, E-Mail-Marketing und den ganzen anderen modernen Kommunikations-Schnickschnack! Die wirklich wichtigen und relevanten Dinge sprechen sich rum! Und wenn es sich nicht rumspricht, ist es nicht wirklich wichtig. Statt die Welt mit Nachrichten vollzuspammen, die die Welt nicht braucht, sollten wir nur wichtige Nachrichten produzieren.
Die dann am besten an Tempo-30-Zonen-Schildern aushängen. Denn bei Tempo 30 hat man noch die Chance, die Nachricht auch zu lesen. In unserer schnelllebigen Zeit eine geradezu geniale Kommunikationsstrategie. Dort werben, wo wir gezwungen sind, langsam zu tun.
So braucht man nur einen Super Spreader zu erreichen, und schon ist die Nachricht in der Welt.
Effektiver und kostengünstiger geht's nicht. Zumindest solange, bis die Kommunen auf den Gedanken kommen, die Stange unter dem Schild als Werbeplatz zu vermieten ...
Tags: Virales Marketing , E.ON